Der Wein aus Rheinhessen und seine Region



Der RheinhessenWein

Wein aus Rheinhessen

Der Weinbau Rheinhessens hat in zwei Jahrtausenden eine einzigartige Kulturlandschaft entstehen lassen und die Bewohner und ihre Lebensweise geprägt. Das größte deutsche Weinbaugebiet weist 26.500 ha Rebfläche auf und hat den größten Exportanteil an deutschen Weinen. Milde Temperaturen und wenig Regen begünstigen den Anbau. Zwanzig Prozent der Landfläche Rheinhessens ist mit Rebstöcken bepflanzt, was das Gebiet auch zur waldärmsten Deutschlands macht. Über 6.000 Winzer keltern jährlich ca. 2,5 Mio. Hektoliter Wein. Nur zwei von 136 Gemeinden der Region betreiben keinen Weinbau. 75 % der angepflanzten Reben sind Weißweine. Das Sortenspektrum dieser Weißweine führen Müller-Thurgau und Silvaner an. Außerdem werden Riesling, Dornfelder und Portugieser sowie Scheurebe angebaut. Der Rieslinganbau konzentriert sich am Rhein um die Städtchen Nackenheim, Nierstein und Oppenheim. Zum Bereich Bingen zählen die Großlagen Sankt Rochuskapelle, Abtey, Rheingrafenstein, Adelberg, Kurfürstenstück und Kaiserpfalz. Dem Bereich Nierstein gehören an: Sankt Alban, Domherr, Gutes Domtal, Spiegelberg, Rehbach, Auflangen, Güldenmorgen, Krötenbrunnen, Vögelsgärten, Petersberg, Rosenberg, Pilgerstein und Rheinblick. Und zum Anbaubereich Wonnegau zählen Sybillinenstein, Bergkloster, Pilgerpfad, Gotteshilfe, Burg Rodenstein, Domblick und Liebfrauenmorgen. Die insgesamt 24 Großlagen gliedern sich in 434 Einzellagen. Das rheinhessische Anbaugebiet hat eine überaus lange Tradition, die bereits seit 20 v. Chr. besteht. Dies belegt der Niersteiner Glöck, welcher die älteste historisch belegte Weinlage darstellt.

Der Weinbau in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz, geht bis in die Römerzeit zurück, seit die Römer vor über 2000 Jahren in Mogontiacum die ersten Reben zur Versorgung ihrer Truppen setzten. Bis weit ins 19. Jahrhundert gehörte die Weinproduktion zu den Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Weinanbau und Weinhandel und die Produkte der Sektkellereien, waren vom Mittelalter bis in die Neuzeit ein überregional bedeutender Wirtschaftsfaktor. Auch heute noch lebt ein geringer Teil der Mainzer Bürger von Weinbau und dessen Verkauf. Mainz wies mit rund 451 Hektar einstmals die größte Rebfläche einer Großstadt in Deutschland auf. Heute liegt die Rebfläche bei 209 Hektar und umfasst somit einen Anteil von 2 % der Stadtfläche. Die Stadt wird auch als Weinstadt Mainz bezeichnet, ein Image, welches von der Stadt, der lokalen Touristikbranche und verschiedenen Verbänden und Vereinen gefördert und gepflegt wird.

Aus dem großen umschließenden Gebiet Rheinhessen kamen vor 1914 Weine, wie z.B. der legendäre Niersteiner Rießling, die bei internationalen Vergleichen auf die vorderen Plätze kamen. In den letzten Jahrzehnten verlor der rheinhessische Wein seinen guten Ruf, da eher auf die Quantität der Produktion geachtet wurde. Seit Beginn dieses Jahrtausends besinnen sich die Weinbauern jedoch auf traditionelle Verfahren. Auf Qualität setzende Winzern begrenzen den Ertrag und kontrollieren die Vergärung ihrer Weine. Die Weingüter am Rhein zählen heutzutage zu den bekanntesten und höchst dekoriertesten in Europa. Kulinarische Weinführer loben die Qualität der Weine. Rheinhessen hat eine ehrgeizige junge Winzergeneration, die sich hoch motiviert und mit internationaler Qualifikation an die Arbeit macht. Die Qualitätsanstrengungen der rheinhessischen Winzer sind enorm und werden bei Prämierungen und Wettbewerben mit großen Erfolgen gekrönt. Gerade die jungen Weinbauer machen enorme Fortschritte, ohne dabei die regionale Geschichte ihrer Weine zu vergessen. Durch Tradition und mit Experimentierfreude und durch die Zusammenarbeit von Winzern und Kellereien entstehen dann die neuen, modernen Rheinhessenweine.

Und dann haben die Rheinhessen noch eine prickelnde Überraschung: den Winzersekt. Dieses edle Getränk wird nach einer alten französischen Methode hergestellt. Es sind nicht nur die bekannten Rieslinge vom Rhein, die für gleich bleibende Anerkennung sorgen. Auch die Traditionssorte Silvaner macht wieder von sich reden. Die anderen klassischen Sorten - vor allem die Burgunder oder die Rotweinsorten - sind ebenfalls mächtig im Kommen. Gerade bei den roten Weinen erlebt Rheinhessen einen richtigen Boom. Nahezu 25% der Rebflächen sind inzwischen mit Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser bepflanzt, am weiträumigsten um den Ort Ingelheim herum. Das ehemals reine Weißweinland Rheinhessen wandelt sich zu einem wichtigen Rotweinerzeuger. Einrichtungen wie das Deutsche Weininstitut, zahlreiche private Weinerzeuger, die Initiative „Die Mainzer Winzer“, eine Winzergenossenschaft, ein eigenes städtisches Weingut und viele Weinstuben sind Beleg für die große Bedeutung, die der Wein in Rheinhessen und speziell in Mainz auch heute noch hat.